Dienstag, 30. Oktober 2007

Saint-Jean Pied de Port - Roncesvalles 26. Oktober 2007

Es ist noch dunkel, als ich durch die Gassen heimwerts ging... Da war ein Licht, das auf den Gehsteig schien... Nein, es war nicht das griechische Gasthaus mit dem Weltbekannten Wein.
Es war das Tor der Jakobspilger, welches wunderschön beleuchtet war.
Vincent und ich machten uns auf den Weg. Die meteorologischen Bedingungen sind viel besser als angekündigt. Jede steile Stelle wird von einer noch schöneren Aussicht gekrönt. Ein richtiger Wettkampf in berglicher Schönheit. Die Idylle wird nur von den Schüssen der Taubenjäger unterbrochen. Ich muss immer daran denken, dass wir uns hier im Baskenland befinden. Womöglich schiesst einer dieser Besserwisser auf das spanische Pilgerfreiwild.
Abgesehen aber von in französischer Sprache verfassten Wegweisern, welche heruntergerissen werden, sieht man ledigliche ein paar pro "dingsbums" Malereien.
Ich lasse mich nicht aufhalten und so kann auch Vincent und alle die anderen Pilgern nicht mit meinem Tempo mithalten. Ich rasse die steilen Wege wie ein Navara hoch. Am Refuge von Orisson beschliesse ich aber doch auf Vincent zu warten. Irgendwie fühle ich mich für ihn verantwortlich. Wieso weiss ich auch nicht...
Kaum treffen wir uns am ersten Gipfel senkt sich der Nebel so sehr, dass man nur noch 15m Sicht hat. Ein Genuss ist das auf über 1000m nicht mehr. Man hat fast schon ein komisches Gefühl der Natur freien Lauf zu geben, so bitterkalt wird es plötzlich.
Ich habe schon alles an was man anziehen könnte und so rasen wir auf Pass Nummer 2 zu.
Dann endlich ist sie da: Die Grenze zum Land meiner Wurzeln. Eine grosse steinerne Tafel mit dem Jakobssymbol und dem Wort "NAVARRA" bringen mich innerlich zu einem kleinen Glücksgefühl. Nur ein kleines aber. Das zu meinem Erstaunen. Mir wird beim steilen Abstieg nach Roncesvalles bewusst, dass ich doch in die Schweiz gehöre und das dies meine Heimat ist. Und so höre ich bei Ankunft in Roncesvalles Polo Hofer und Plüsch bevor ich die spanische Geschichte dieses Ortes erkundschafte. Ich merke langsam, dass 2 Herzen in meiner Brust schlagen und ich nicht eines zu wählen habe. Hoffentlich kann ich das und noch vieles mehr auf diesem Teil des Weges verinnerlichen!

Liebe Grüsse aus dem Land des Peperonis und des Weins.

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