
Geschafft!
Endlich!
Der letzte Tag war sehr anstrengend. Die Knie waren auf dem Zahnfleisch. Als wuerde jemand testen wollen, ob ich wirklich bis zum Schluss durchhalten wuerde bzw. wollte.
Ich wollte und so bin ich gegen 14Uhr des 23. Novembers 2007 vor der Kathedrale auf dem Obradoiro gestanden. Ein Gluecksgefuehl umhuellte mich. Zuerst ein paar Fotos, um den Moment festzuhalten. Soweil kam ein Mann der Vereinigung der Freunde des galizischen Weges auf mich zu und wollte von meinen Eindruecken wissen. Ich erzaehlte ihm und er begleitete mich ins Pilgerbuero um die Compostela abzuholen. Die Compostela ist eine Urkunde auf Latein, welche bestaetigt, dass man den Weg gemacht hat. In einem heiligen Jahr (Xacobeo) erloest sie von den begangenen Suenden. Leider haben wir nicht so ein Jahr. Und so bleibe ich ein mueder, aber dennoch ein Suender. Tja, man kann nicht alles haben. Jedenfalls war ich auf dem Weg zum Pilgerbuero, als ich ploetzlich meinen Namen hoerte: Pabloooo!
Es war Luca. Wir umarmten uns so sehr, dass der Mann neben mir ploetzlich ein mulmiges Gefuehl bekommen haben muss. So ein wertvoller Moment. Luca ist zwar 9 Jahre juenger, fuer mich ist er aber fast schon wie ein Bruder geworden. Zu dritt bestritten wir dann den Weg ins besagte Buero. Da erhielt ich meine Urkunde und wollte zuerst gleich mal versichert wissen, ob meines Mutters Namen auch auf dem Pergamentrolle stehen wuerde. Dies ist der Fall und so steht da jetzt, dass Ioanem Paulum Lopez de Leon Latorre den Weg von Sancti Jacobi im Jahre 2007 am 23. November beendet hat.
Wir gingen zurueck zum Platz und fragten uns beide, wo wohl Ingrid geblieben ist.
"Sie ist ein oder zwei Tage zurueck." -
"Kann nicht sein", sagte ich zu Luca.
"Die war in letzter Zeit immer schneller als ich." -
"Stimmt", sagte Luca,
"kann nicht sein, denn da vorne ist sie soeben eingetroffen."
Wir winkten wie verrueckt und Sekunden spaeter hielten wir uns zu dritt in den Armen. Es wahr ein spezieller Moment. Abends drueckte es Ingrig genau richtig aus:
"Als ich den Platz betrat und die Kathedrale sah, fuehlte ich nichts. Als ich aber euch in den Armen hatte, war dies das schoenste Gefuehl auf dem Weg. Ihr wart meine Kathedrale!"
Besser haette ich es auch nicht ausdruecken koennen. Denn das ist der eigentliche Weg:
Die Begegnung mit sich selbst und mit seinen Mitmenschen.
In diesem Sinne beende ich diesen Blog. Ich hoffe, ihr hattet Spass meinen Weg mitzuverfolgen. Wer weiss, vielleicht darf ich den einen oder anderen von euch bald beraten, wie man diesen am besten angeht.
Euer Pablo
Euer Pablo
Spezieller Dank geht an:
François: Ohne dich waere ich nie soweit gekommen. Du bist ein Meister des Wanderns. Deine Tipps waren einfach Gold wert!
Fabio: Ohne deine Anrufe und Ermutigungen haette ich so manchmal das Handtuch geschmissen.
Jan Mueller: Dein Eintrag hier in diesem Blog hat mich sehr beruehrt.
Franco: Ich weiss, dass du immer wieder reingeschaut und dich fuer mich gefreut hat.
Brigitte: Dein Support auch in medizinischen Belangen war eine grosse Hilfe.
Valérie: Du hast mich ermutigt, diesen Weg zu begehen.
Sakis und Kronos: Weil ihr verstanden habt, dass ich diesen Weg zu Ende gehen musste, bevor ich wieder komplett freien Kopf fuer meine Leidenschaft haben konnte. I LOVE THIS GAME!
Meine Eltern: Weil sie fuer einmal voll hinter eine meiner Entscheidungen standen und sich wie Kinder ueber jede Postkarte gefreut haben.
An alle die diesen Blog regelmaessig gelesen haben.... DANKE!


