Montag, 20. August 2007

20. August 2007: Genève

Heute ist ein Ruhetag angesagt.
Ruhetag was den körperlichen Teil anbelangt. Den psychisch war er sehr kräftezerrend. Zuerst regnet es, dann ist mein Reiseführer hier nicht auffindbar und dann muss man sich noch mit der diplomatischen Gleichgültigkeit dieser Genfer rumschlagen.
Eine Stadt zum Vergessen.
Habe mir einen Reiseführer gekauft und bin noch etwas shoppen gegangen. Dann noch eine Bleibe in der Jugendherberge gefunden und Tagebuch geschrieben. Ein trostloser Tag irgendwie. Aber so ist das Leben - es hat auch trostlose Tage.

Morgen Grenze überschreiten. Die grande Nation wird mich für die nächsten knapp 2 Monate aufnehmen. Hoffentlich sind die Franzosen nett.

19. August 2007: Gland - Genève

Nach einem Frühstück der Oberklasse für Pilgerverhältnisse mache ich mich auf den Weg. Wiedermal ohne Etappenziel. Prangins, Nyon, Céligny lasse ich schnell hinter mir. Kirchen sind hier keine geöffnet und so komme ich auch nicht zu meinen Stempeln. Es ist Sonntag und die T-infos haben auch zu. In Restaurants wird man angeschaut als könnte man nicht lesen. "Hunde müssen draussen bleiben". ICH BIN KEIN HUND, BIN EIN PILGER! Die Menschen hier gehen mir auf den Keks. Mehr als einmal hätte ich jemandem meinen Stock als unfreiwilige Kopfbedeckung gegeben. Dann kommt der Kanton Genf. Versoix. Keine wirkliche Verbesserung der Menschen. Eine Villa mit "Privé" jagt die andere. Ich kann jetzt denn Hass in mir auf solche Reiche richtig spüren. Eigentlich aber arme Menschen, die sich hinter Gittern und Zäune verstecken müssen, weil sonst ihnen möglicherweise etwas von ihrem Reichtum mit den Augen wegstehlen könnte.
Dann kommt Genf endlich. Wieder mal mehr als eine Etappe gemacht. Juhuuu! Zumindest bis in die Stadt rein. Habe wieder nicht vorzeitig organisiert und muss für ein versiftes Hotel 80CHF zahlen. Die T-Info hat hier auf. Aber wie ich hier schnell zu einer Accreditation du pélérin komme wissen die auch nicht. Interessieren sich ja nicht mal gross dafür, obschon ich der einzige "Kunde" weit und breit bin. Eine Scheissstadt! Bin ich froh, dass ich aus Zürich bin.

18. August 2007: Lausanne - Gland



Los geht's. Ab nach Genf. In 3 Tagen sollte man es erreichen. 2 Tage sind zu knapp.
Ich stehe um 8 schon auf der Strasse. Tankfüllung und schnell am See entlang nach "wir werden sehen". In Wahrheit habe ich noch keine Ahnung wo ich übernachten werde/möchte. Will einfach mal nur laufen und den Weg geniessen.
Bald treffe ich auf ein anderes Pilgerpäarchen. Die eine ist tatsächlich Ursina aus der Hagenegg. Lustig wie man sich immer wieder trifft. Ich marschiere mit den beiden.
Und wie es so ist, hat jeder etwas über die anderen Pilger auf dem Weg zu erzählen. Wie eine grosse Familie, die über Kilometer verstreut separat voneinander läuft. Wir amüsieren uns die ganze Strecke bis nach Morges. Hier wird eingekauft. Im Laden mit dem grossen M's besorgen wir uns ein Picknick und was Mann und Frau sonst noch brauchen. Da plötzlich kommt ein kleiner Mann auf uns zu und fragt uns, ob er uns irgendwie helfen könnte. Er habe gesehen, dass wir Pilger sind. Wollte uns eigentlich was zu essen kaufen. Ob es recht sei, wenn er uns 20Franken anbiete. ??? Wir mussten natürlich ablehnen. Wer weiss, vielleicht ändert sich diese Einstellung auf dem Weg noch. Der Mann war wirklich herzlich von uns angetan. Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass wir ihn mit unserem "nein" etwas brüskiert haben könnten.
Wir picknicken am See. Ursina macht noch ein Schwimmchen im See. Wäre ich nicht so prüde, hätte ich am liebsten auch geplanscht. Weiter geht es nach St. Prex, wo ich den einzigen Stempel der Etappe für meinen Pilgerpass bekomme. Man sieht schnell, dass man hier in einem reformierten Kanton ist. Die meisten Kirchen sind zu und Pilger sind was familiäres mit Marschmännchen. Kurz nach St. Prex muss ich die beiden ziehen lassen. Meine Achillessehne möchte mich für sich alleine haben. Ich kann kaum noch laufen. Ein "S" nach rechts, dann wieder eins nach links. Ich denke ans aufgeben. Zu diesem Zeitpunkt fühle ich mich einfach nur so wie die Häufchen links und rechts des Weges. Ein Hund zu sein, dass wäre schon schön. Aber da geht nichts, muss weiter. Mein Stolz hilft mir über die Zweifel hinweg. "Plus ultra" - immer weiter. So steht's auf der spanischen Flagge. Immer dieser Patriotismus für Anfänger. Ach, wenn ich nur wüsste, wohin ich gehöre und wer ich überhaupt bin. Ich würde diesem Leiden ein Ende bereiten. Aber dafür bin ich auf diesem Weg, um möglicherweise eine Antwort auf diese Frage zu finden.
Ich hinke voran. Musik begleitet mich dabei und tröstet meine Melancholie des Augenblicks. Die Gegend ist wunderschön. Ich denke daran, wie schön es wäre, diese Aussichten bei herrlichem Sonnenschein mit jemanden zu teilen. Bin halt immer noch im alten Muster. Versuche es für mich zu geniessen. Ertappe mich aber beim Versuch und so wirkt das ganze verfälscht und unnatürlich. Igitt!
Ich komme in Allaman an. Hier sind die anderen zwei abgestiegen. Schöner Ort. Ich beschliesse aber noch weiter zu gehen nach Rolle. Will schon noch dieses Infiniti Headquarter sehen. Plötzlich geht es. Wieso? Keine Ahnung. "I'm walking on sunshine" klingt aus den Kopfhörern. Jawohl, ich marschiere wirklich unter Sonnenschein und versuche mich gut zu fühlen. Sowas, ein Slogan zu meinem Gemütsstand. Tanzen wäre jetzt was. Muss an die Prism Party im Oktober denken, welche ich verpassen werde.
Rolle ist erreicht. Ich kann soeben noch einen Fuss in die sich um 18Uhr schliessende T-info-Türe setzen. Kein Zimmer in Rolle mehr frei. Dafür kriege ich aber ein Büchlein mit Adressen für die Umgebung. Ich telefoniere und finde nur noch was im 6km entfernten Gland. Ich schleppe mich also noch dahin. Angekommen treffe ich ein Märchen von einer Bleibe bei einer Frau, die mein Tun bewundert. In aller Hinsicht ein Auftanken, nach einer langen und durchtriebenen Etappe. Ich setze mich aufs Bett und denke einfach mal nichts. Ist das erlösend. So was sollte ich öfters haben.

Freitag, 17. August 2007

17. August 2007: Vucherens - Lausanne

Geschafft. Wir sind in Lausanne angekommen. Ist die Stadt steil. Nein, diesmal nur im geografischen Sinn! Bin einfach nur froh, hier zu sein. Habe auch zur Zeit keine Schmerzen und werde wohl schon morgen weiterreisen können.
Und dabei hat der Tag mässig begonnen. Wetter schön, aber tanken konnte ich erst 90min später. Ich bin also mit dem Nottank gelaufen. Der besteht aus Wasser. Kurz nach Montpreveyres verliere ich Andreas. Er muss seinen Rhythmus gehen und ich meinen. So ist es im Pilgerleben ein "Lebewohl" ohne Worte. Ich bin aber froh, meinen Tritt wieder finden zu dürfen und "meinen Weg" zu gehen. Hoffe, dass es Andreas auch so geht. Bin irgendwie aber überzeugt, dass es so sein muss. Mein Engel von Romont ist also weg. Ein anderer wird aber kommen und zuweil werde auch ich unbewusst Flügel bekommen. So soll es wohl auf diesem Weg sein. Und auch im Leben? Ich denke mir die Antwort an dieser Stelle.
Im Wald nach Montpreveyres verlaufe ich mich zunächst im Regen. "Verdammt!" und alles Ähnliche was ich auf Spanisch kenne verlassen meine Rachen Richtung Freiheit. Ich stehe wie ein Comic-gezeichneter Esel an einer Verzweigung mit 4 Alternativen und einer Wegschilderung à la Romande. Nehmen wir Alternative B. Naja, falsch aber ein guter Pfadfinder orientiert sich ja leicht und läuft automatisch in die richtige Richtung. Nur war ich nie ein Boyscout! Zumindest war ich aber mal boy und so finde ich den Weg wieder. Schneller als eine Frau behaupte ich jetzt mal! (So alle Mädels, jetzt aber kräftig in die Tasten hauen und mit Kommentaren protestieren! Die Anmeldung kostet nichts!)
Ich erreiche Chalet à Gobet, dann Epalinges und dann Lausanne! Juhuu!
Hier kaufe ich mir einen Gurt. So ein Luxus! Ein paar neue Kopfhörer und was zu futtern. Bin immer noch so schwer wie vorher und mein Bierbauch vom Cola habe ich auch noch. Fühle mich aber körperlich fitter als die vorangegangenen Tage. Werde morgen Genève ansteuern, das ich hoffentlich Montag 20.August erreiche.
So werde nochmals irgendwo tanken gehen.
Bis bald!!
Pablo

16. August 2007: Romont - Vucherens

Laufen mit Andreas ist ganz was anderes, als allein zu laufen. Der Typ ist einfach schneller. Jedoch plagt ihn auch ein Fuss und so kann er nicht ganz seinen normalen Rhythmus laufen. Frage mich den ganzen Weg, wer wohl schneller ist. Andreas der Schnelle von Lache in normalen Laufrhythmus oder François. Ich würde mein ganzes Geld auf François setzen. Sowas wie ihn habe ich noch nie gesehen. Kann mir nicht vorstellen, dass Andreas eine Chance hätte.
Oftmals hat mich François gefragt, ob ich mit ihm eine Wanderung durch die Berge macht. Habe bisher immer abgesagt, weil ich ihm einfach nicht nachkommen würde. Mir fällt dann immer die Geschichte vom Hasen und Igel ein: "... Bin schon da!"
Es regnet und einen Tag aufzuholen und direkt nach Lausanne zu laufen, ist einfach nicht drin. Total unterkühlt vom kalten Schweiss komme ich in Moudon an. Dazu noch Knie und Muskelschmerzen! Heute mögen zwar noch alle Wege nach Rom führen. Für mich und Andreas aber kein Pilgerweg nach Lausanne. Ich schleppe mich in die Apotheke, um was Nachschub an Tigerbalsam zu besorgen. Andreas kommt mit und kriegt einen 2m grossen männlichen Apotheker. Ich eine blauäugige nette Romande. Wer möchte mich immer hier testen? "Darf es noch was sein?" - "Hey, was?". Typisch! Wie lange muss ich auf diesem Weg bleiben, um mich davon loszureissen? Oder bin ich am Ende einfach nur ein Ästhet des Lebens? Wie dem auch sei, ich muss hier einfach etwas ändern oder verinnerlichen, denn so rege ich mich im nachhinein nur selber über mich auf.
Nach Moudon verlaufen wir uns im Wald kurz nach Bresonnaz Desous. Ich bin vorgelaufen und Andreas wie ein Muni mir hinterher. Haben doch tatsächlich eine kleine Brücke über die Carouge verpasst. Zum Glück ist Andreas als Oberleutnant ein guter Kartenleser. Er findet die Brücke 30min danach. Später meinte er, ich hätte nach der Ortstafel nur noch an "Desous" gedacht und mich deshalb verlaufen. Tja, er ist mir aber einfach hinterher. Selber "Desousdenker"!
Kurz vor Syen ist es aus. Meine Achillesehne hat sich mit den Knieschmerzen und dem Muskel des Oberschenkels alliert und geben mir ein Ultimatum! Ich muss Zwangspausieren und Andreas allein nach Vucherens ziehen lassen. Da haben wir unsere Unterkunft bereits reserviert. Ich denke an eine Frau, dessen Namen ich nicht nennen mag. Ob sie auch an mich denkt? Wohl kaum! Ich denke ans Aufgeben und wie blöd es wäre, wegen einer kapputten Sehne nicht mehr Basket spielen zu können. Da passiert es. Das deutsche Pärchen überholt mich kurz nach meiner Sitzrast. "Tja, das geht wohl nur noch ins Spital." meint Schnabel. Sieht wohl so aus. Sie ziehen etwas besorgt und etwas schadenfroh weiter. Ein Lächeln 20m vor mir kann ich entnehmen. Nicht mit mir! Mein spanischer Stolz bricht voll aus. Ich humple den zwei hinterher. Kann ihnen nicht folgen. Aber aufgeben? Nein, nicht jetzt nach diesem Happening! Ich hole sie dann bei einer ihrer Pausen ein. Wir tauschen uns aus und verabschieden uns kurz später wieder. Bin nämlich in Vucherens angekommen. Und weil Gott ein guter Gott ist, schenkt er mir etwas für die Mühen des Tages. In einer Kurve sehe ich auf einer Weide das schönste Fohlen auf der ganzen Welt. Und was, es kommt sogar auf mich zugesprungen! Nur ein kleiner aber doch so grosser Moment des Glücks. Dieses Fohlen weckt zum ersten Mal auf diesem Weg, den kleinen verlorenen Jungen in mir. Und diese Konstelation tröstet es. Ich kann es genau spüren. Ich bin einfach nur glücklich! Am liebsten hätte ich es mitgenommen und es einem Pferdeliebhaber wie Fabios Janine gezeigt. Aber es soll nicht so sein, denn es ist mein Fohlen. Für immer!
In der Unterkunft erwartet mich schon Andreas. Die Bleibe ist für 25CHF Spitze. Wir kriegen sogar eine Flasche selbergemachten Most. Hmm!
Na dann, Prost!
und
Gute Nacht!

15. August: Fribourg - Romont

Für die Etappe nach Romont braucht man ungefähr 8 Stunden. Also bin ich um 8Uhr auch schon auf dem Weg. Tanken bei La Gare und weiter. Kaum bin ich aus Fribourg raus, steht ein Wanderschild mit "Romont 6h10". Was? Die Romands verzählen sich doch mal wieder, denke ich. Vorbei an Villars-sur-Glands und Ecuvillens (hat einen Flughafen) komme ich in Posat an einem Restaurant vorbei. Das kommt mir gelegen, denn ich bin schon ziemlich k.o. Die Etappe von gestern hat mich doch mehr Kraft gekostet, als ich gedacht hatte. Aber ich wollte die Kompensierung des Ruhetags - was ich gestern geschafft hatte - sowas wie bestätigen. Wie beim Tennis: Ein Break durch ein gewonnenes Aufschlagspiel bestätigen.
Ich esse und mache Pause während einer Stunde. Das habe ich gebraucht!
Weiter nach Autigny, nicht aber ohne von den heiligem Wasser des Brunnes von Posat zu trinken. Die Sonne scheint, das Leben ist schön und Autigny auch sobald dann erreicht. Ich muss aber dringend aufs Klo. Vali, kennst du das noch? :-)
Uf, geschafft! Ein kleines Getränk um den Stuhlgang mit einer Konsumation zu kompensieren. Ein kleines Gespräch mit den Einheimischen und schon geht es Richtung Romont weiter. Romont soll ein Wortspiel zwischen "rond" und "mont" sein. Tatsächlich meine Füsse, die mich non-stop erinnern, dass sie die Helden sind, erlauben mir den Blick auf diese Stadt auf einem rund anmutenden Hügel. Steil berghoch geht es in die Stadt - wie in Fribourg!
Dann der Test des Tages. In der Kirche kein Stempel, in den Hotels kein freies Zimmer. Und das Hotel des heiligen Georg ist zu. Ist wohl gerade am Drachentöten, was? Grrr!
Ich setze mich auf einen Bordstein an einer Ecke beim Eingang in die Stadt. Der Blick ist schwer und gilt meinen Füssen. Zuvor hatte ich ihnen versprochen, sie in ein Hotel zu nehmen, falls sie mich bis Romont bringen. Sie schauen irgendwie traurig aus. Denn so wie es aussieht müssen sie 31/2 Stunden weiter nach Moudon. Ich nehme also mein Handy und will nachfragen, ob in Moudon ein Hotelzimmer frei ist. In diesem Augenblick kommt aber von hinten Andreas der Schnelle von Lachen. Er hat natürlich, organisiert wie er ist, eine Adresse von einer Familie in Romont, welche Pilger aufnimmt. Die haben auch Platz. Das ganze für 28CHF die Nacht. Wow! Andreas meint, er sei heute mein Engel gewesen. Er hat recht!
Abendessen und Erfahrungsaustausch zusammen mit einem Pärchen aus Deutschland (wo genau habe ich vergessen). Die Frau erinnern mich an Schnabel aus Hape's Buch. Ich halte aber meinen Schnabel dazu und geniesse Konversation, Essen und die Bedienung einer temperamentvollen aber charmanten Dame. Sie war Französin aus der Normandie und verstand auch nicht warum sie in Romont "octant" statt "quattre-veint" sagen. Naja, wir sind hier ja auf dem Jakobsweg. Der endet in Spanien und da sagen wir halt "ocho" zu acht. So ist das sicherlich hängen geblieben. Nich war Santiago?

14. August 2007: Wattenwil - Fribourg

Unglaublich, was ich heute geschafft habe!

Liebe Füsse, ich bin stolz auf euch!

Bin ganz früh raus und gleich tanken gegangen. Tanken, d.h. bei Pablo morgens vor 9Uhr mindestens 0.5L Cola trinken. Eiskalt, versteht sich...
Mit gefülltem Tank geht es den Berg hinauf Richtung Riggisberg. Rauf und runter. Wie sollte es sonst sein... Wie das Leben eben, denke ich und schon ist es leichter zu ertragen. Aus meinem MP3 klingt "Looking back, over my shoulder...". Das tue ich dann gleich mal und sehe Eiger, Mönch und Jungfrau (jetzt kenne ich die Reihenfolge... ) im Sonnenlicht erwachen. Ein traumhafter Anblick, der viel besser ist als der von Unterseen oder Interlaken. Keine Menschenseele hier oben. Nur Kühe. Aber auch die haben eine Seele und so winke ich jeder Kuhherde "hallo". Um 9.15 bin ich in Riggisberg angekommen. Bin schon etwas müde und so kommt die Frage auf, ob ich Fribourg heute noch erreichen wird. Ich zweifle abzukürzen oder den offiziellen Jakobsweg zu gehen. Ich entscheide mich für letzteres. Gehe also zur Kappelle hoch, wo mich ein Stempel mit der Aufschricht "Riggisberg, Der Weg ist das Ziel" erwartet. Die Antwort auf die Frage, ob ich Fribourg erreiche. Ich gehe irgendwie glücklich weiter nach Rüegisberg, was ich auch ohne grössere Probleme erreiche. Super! Dann hält auch noch ein weisses Auto und fragt mich, ob ich auf dem Jakobsweg sei. Er (etwa 70 männlich) hätte es vor 3 Jahren gemacht. Was für ein Prachtskerl! Leider ist es nicht so bequem zu stehen und so gehe ich dann gleich rasch weiter. Der Mann fragt mich nicht mal, ob er mich ein Stück mitnehmen soll. Er hat den Pilgerweg bestimmt gemacht. Er hat verstanden...
Jetzt von über 900m ü M wieder runter nach Wislisau (glaube ich). Dann Pause mit einem Rivella (!). Weiter nach Schwarzenburg über die Hauptstrasse. Der Weg wird zwar dabei kürzer, aber auch deutlich schwerer. Als würde Santiago meine Füsse beschweren, wenn ich nicht seinen Wege gehe. Dann endlich Schwarzenburg. Es ist wirklich düster hier oder zumindest bilde ich mir das ein. Es ist auch schon nach 13Uhr. Keine Kappelle in der Nähe, dafür ein Coop mit einer schönen Mama, die mich verliebt anlächelt. Du darfst nicht.... Schnell weiter zur Kasse! Dann essen und... es regnet! Mist! Also Mülltüte über den Rucksack und Kuh-Outfit anziehen. Weiter nach Fribourg. Kaum bin ich über die Grenze regnet es auch nicht mehr. Der katholische Kanton heisst die Pilger mit einem wunderschönen Stein mit Jakobsmuschel willkommen. Ich fühle mich Santiago de Compostela plötzlich ein ganz schönes Stück näher. Jawohl! Ueber St. Antoni und Tafers, wo mich ein SPAR (=Tanne auf Finnisch) mit einer Tankfüllung rettet.
Fribourg ist schön, die Stadt, die Frauen (Pablo, wann änderst du dich mal) und die Atmosphäre. Nicht aber das Hotel. Egal, McDonalds für die Fettreserven und Fernsehen für den Informationsstand lassen meinen Tag abklingen.

13. August 2007 Unterseen - Wattenwil

Aufgestanden um 6.30. 3 Gipfeli zum Frühstück und auf den Weg. Ich stehe unter Strom und habe mir fest vorgenommen, die Schmach von einem Ruhetag innerhalb der ersten 2 Wochen wieder zu kompensieren. Will heute so weit wie möglich laufen. Somit auf direktem Weg zu den Beatushöhlen und dann ab vom offiziellen Weg direkt nach Thun, wo ich so gegen 13 Uhr ankommen mag. Ich komme vorbei an Merlingen, Guten und Hilterfingen. Eine traumhafte Gegend. Die Krönung: Es kommen mir praktisch nur Nissan Fahrzeuge entgegen. In einer Villa entdecke ich vor dem Eingang sogar einen Micra! Ich wusste es ... ! Bin halt doch noch sehr an dieses Unternehmen gebunden. Alles in allem war es eine schöne Zeit in einem richtigen und tollem Team. Die Leute, d.h. die Menschen da vermisse ich jetzt schon.
Ich erreiche Thun um etwas nach 13Uhr, gehe dann in die Kappelle von Scherzlingen. Die schönste Kappelle, die ich je gesehen habe, weil so altertümlich. Herrlich! Irgendwie habe ich das Gefühl diejenige von Quel (meiner Mutter Heimatdorf) zu betrügen. Komisches Gefühl, wieder bin ich zwischen Schweiz und Spanien gefühlsmässig hin und her gezogen. Wo gehöre ich hin? Wo sind meine Leute? Wer nicht mich auch als Mensch auf? Immer die gleichen Fragen...
Ich ziehe am Gros des Schweizer Militärs entlang Richtung Lerchenfeld und Uetendorf. Plötzlich summt es in meinem Kopf: " Stehst im Morgenrot daher..." Mir kommt eine Träne! Ich fühle mich doch wohl in der Schweiz, oder?
Es fängt zu regnen an. Also Kuh-Outfit wieder an und weiter! Ich komme mit dezimierten Kräften an einem Bauernhof nach dem anderen vorbei. Dann kommt es. Das schönste Dorf oder zumindest das am schönsten gelegen. Forst! Eine traumhafte Häuserreihe an einem kleinen Hügel. So schön! Mit Satelittenanschluss würde ich auf meine alten Tage sofort hierher ziehen wollen!
Dann endlich Wattenwil. Hier möchte ich mich für die Weiterreise am folgenden Tag erholen. Und so kommt mir das Universum entgegen (scheint wirklich so wie Hape schreibt zu sein). Ich finde ein B&B bei Fam. Messerli, die ein unglaublich liebvolles Zimmer mit eigener Dusche und WC für Pilger installiert hat. Super!
Mit letzter Kraft gehe ich dann humpelnd noch schnell in den örtlichen Coop. Migros scheint es in dieser Gegend sowieso keine zu haben. Ich kaufe was zu knabbern und futtere es gleich auf. Habe immer noch etwas Lust auf essen. So gehe ich zu einem Italiener und bestelle Spaghetti "Alio è olio". Che schifezza! Ein Italiener der die Spaghetti zu weich kocht. Ich bin sicher, seinem Vater würde er es nicht wagen, solche Nudeln zu servieren. Pfui!
Naja, bin müde und nicht auf Streit aus. Bin dann gegangen und habe ihm einfach gesagt, dass die Spaghetti zu weich sind und ich somit nur das Getränk zahle. Er akzeptiert. 30 min später bin ich im Bett und möchte Schäfchen zählen. Nein, keine Schäfchen bitte, zumindest nicht bis die letzte Affäre verdaut ist.

12. August Unterseen-Interlaken (Ruhetag)

Ich bin nicht wirklich zum Schlafen gekommen. Dazu erwache ich noch mit Bauchschmerzen. Die Banane gestern Abend war eine schlechte Idee. Ich beschliesse ein Tag länger hier zu bleiben. Muss jedoch das Zimmer wechseln.
Ich überlege, ob dies überhaupt Sinn macht. Träume vom griechischen Strand. Und dann? Was dann? - Ich wäre gleich weit wie vor meiner Abreise. Nein, ich muss weiter auf diesen Weg, auch wenn es im Moment äusserst schwer ist. Ich ruhe mich also den ganzen Tag aus. Etwas essen, Internet und Siesta. Meine Achillessehne wird nicht besser. Muss wohl von Tag zu Tag planen und nicht weiter. Will kein Krüppel werden. Basketball bedeutet mir schon noch viel. So glaube ich zumindest, denn fühlen tue es im Moment nicht wirklich so. Ohne Achillessehne wird es aber nie mehr richtig möglich sein. Und in dieser Erkenntnis offenbart mir der Weg die erste Antwort. Ich möchte wissen, wie weit ich kommen werde. Aber das ist sicherlich die falsche Frage bzw der falsche Ansatz. Wie hiess es doch so schön in American History X "Mann kriegt keine Antworten, wenn man die falschen Fragen stellt. Die richtige Frage ist: "Haben mich die Dinge, die ich tue und die Antworten, die ich mir gebe bisher gegeben habe, glücklich gemacht?"" Nein.
Ich bin den falschen Dingen im Leben nachgejagt. So fühle ich es zumindest heute.
Mal sehen, wie weit mich der Weg noch bringen wird...

Samstag, 11. August 2007

11. August: Kienholz-Unterseen

Und jetzt sitze ich da, wo einst die Nissan Outdoor-Games stattfanden. Das Leben- ein Witz! Ich muss über diese Situation lachen.

Bin heute nach 9Uhr losgelaufen, musste ja schliesslich noch das Frühstück der 80CHF mitnehmen. Tja, Vali wäre stolz auf mich, denke ich zumindest! Steil berghoch geht es Richtung Giessbach und dessen schöne Wassserfälle. Dann Richtung Iseltwald am linken Ufer des Brienzersees. Kurz vor dem Ort geht der Jakobsweg in einer Aetsch-Schleife rauf den Berg nach Isch. Wie ich da oben angekommen bin, weiss ich nicht mehr. Jedenfalls ist es traumhaft schön. Und wieder belohnt einen das Leben die Strapazen mit wunderschönen Momenten. Ich geniesse die Ruhe, die Sonne und die Aussicht. Wunderbar. Nicht mal eine Frau brauche ich jetzt. Tut sich denn langsam was in meinem Leben?
Es tut sich was. Meine Achillessehne ist noch sauer auf mich. Macht sich immer wieder bemerkbar und so nervt sie mich nur mehr. Ein Spiegelbild von meinere Persönlichkeit diese Achillessehne. Langsam begreife ich, kann es aber wohl noch nicht verinnerlichen. Der Abstieg nach Bönigen ist eigentlich leicht. Nichts im Vergleich zu denen nach Beckenried oder Brienzwiler. Der Brienzersee im Sonnenschein noch viel schöner! Ein Traum. Ueberall sind Pärchen, und so falle ich wieder in mein altes Muster zurück. Mist! In Interlaken nehme ich mir wieder ein Hotel, da auch die Herbergen hier ausgebucht sind. Kein Wunder an einem Samstag! Werde noch meine Beine streicheln und somit lieb zu mir selber sein. So muss es nämlich sein!


10. August: Sachseln-Kienholz (Brienz)

Die Sonne schein rauszukommen als ich Sachseln verlasse. Hurra! Also schnell Richtung Giswil bevor, sie es sich anders überlegt. Heute geht es schon ziemlich locker. Um 9Uhr in Giswil angekommen, kriege ich ein Znüni-Remember-Telefon von Fabio. Wir tauschen unsere Neuigkeiten aus. Meine bestehen ja nur aus Schmerz hier Schmerz da, aber das kennt er ja schon von früher. Nach Giswil geht es dann den rauf zum Kaiserstuhl. Die Landschaft ist hier wirklich wie ein solcher Thron. 1h später bin ich oben, wieder schneller als der Wegweiser. Damit ich aber nicht übermütig werde, lässt mich jemand an Bürglens Kapelle meinen Stock vergessen, was ich aber erst 15min später merke. Super! Ohne Gehstock geht es gar nicht. Mehrmals hat er mir die Balance im Gebirge gehalten und mich so von einem blöden Sturz bewahrt.
Ich komme so gegen Mittag in Lungern an. Lungern hat eine "Kathedrale" echt schön. Der Pfarrer Dirk gibt mir dann auch ein Stempel und rät mir zu seinem Ross in Brienzwiler zu gehen und da zu übernachten. Bei Abplanalps. Ich überlege es mir. Jetzt aber mal ein echtes Mittagessen. Aelplermagronen, hmmm! So ist der Brünig ein Kinderspiel. Naja, nicht ganz den meine Achillessehne lässt nicht locker. Die blöde A! 1415 Brünig auf 1007müM. Dann runter durch einen Wald, dessen Beschreibung mich auf Vertrampelpfad bringt. Ein neues Wort ja, aber nichts beschreibt es besser! Verbieten sollte man solche Wege. Wie soll hier eine Schulklasse auf diesem angeblichen Wanderweg kommen? Ich male mir schon die Blickschlagzeile aus! Runter in Brienzwiler (wunderschöner Ort) rufe ich die Abplanalps an, um ihnen sogleich einen Korb zu geben. Hatte schon beschlossen, die Herberge in Brienz zu versuchen. Warum tue ich solche unentschlossene Sachen? Ich ärgere mich ab mir selber. Zur Strafe ist die Herberge dann voll und so muss ich in ein richtiges Hotel für 80CHF. Strafe muss sein. Obschon ich mich riesig über diese Entscheidung freue und nicht eine Sekunde über die verpasste Gelegenheit im Stroh von Abplanalps nachdenke. Pablo bist du es noch? Jawohl und einen Cheeseburger und Pommes mit Knoblisauche gönne ich mir auch noch. En guetä!

9. August: Stans-Sachseln

Nach 8Uhr geht es im Regen wieder los. Niemand hat wohl Petrus erreichen können und das mit dem wünschen ans Universum, wie es in Hapes Buch geschrieben ist, will auch nicht so klappen. Da hilft nichts. Hoch rauf geht es erstmal nach Murmatt. Es ist idyllisch schön hier. Wäre nicht der Regen ich hätte an die 10 Rastpausen gemacht, um die Landschaft zu geniessen. Im Gegensatz komme ich gut voran. Geplagt von meiner Achillessehne, die nicht mehr weiter will. Bin ich den Achilles? Nein! Also muss sie weiter! Aetsch!

Am Nachmittag der erste Höhepunkt dieser Reise. Eine Familie kurz vor St. Antoni hat für die Pilger eine Hütte gebaut, wo sie sich gratis Snacks und Getränke holen können und sich dort auch hinsetzen und ausruhen mögen. Sowas, ich glaubte, dass es sowas nicht mehr auf diesem Planeten gäbe. Danke, nochmals von hieraus!

Es geht langsam hoch die Flüeli zu Bruder Klaus' Wirkungsstätte. Wenn es hoch rauf geht und die Strecke eben ist, dann bin ich kaum zu halten. hehe! Bekomme auch hier einen Stempel und gehe runter nach Sachseln, wo ich ein Zimmer gebucht hatte. Auf dem Weg runter gehe ich vom Jakobsweg ab, um eine Lourdeskapelle zu besichtigen. Ich bete zu Maria. Es geht hier besser. Irgendwie, kann ich es mit Frauen besser. Wenn man das hier so sagen kann. Dank diesem Abstecher, spare ich sogar Zeit und bin gleichzeitig mit zwei Oesterreicherinen wieder unten, die viel schneller sind als ich.
Der Gasthof zum Bahnhof ist für seinen Preis 48CHF ein Schnäppchen. Na dann, gute Nacht!

8. August; Schwyz-Stans

Gemeinsam mit Brigitte gehe ich aus dem Haus. Es ist so knapp nach 8Uhr morgens. Markus ist schon wieder am arbeiten. Wir zwei gehen aber zuerst aber noch ein Frühstück einnehmen. Nicht ohne aber vorher beim Denner in Schwyz vorbeizugehen. Der macht schon um 6Uhr15 auf. Das muss man ja honorieren! So gehe ich also mit Proviant frühstücken. Bei Haug ist es wirklich schön, aber die Zeit drängt, denn schliesslich möchte ich noch nach Stans. Dafür muss ich aber zuerst nach Brunnen kommen. Meine Füsse und vorallem mein Knie tun schon ganz schön weh. So dass ich mehr humple als gehe. Nichts da, ich muss weiter. Plus ultra! In Brunnen bin ich dann eine Stunde später. Hey, nicht schlecht, oder? Dann mit dem Schiff nach Treib. Da ich mein Kuh-Outfit mit Stock habe, glaubt einer der Schiffleute ich hätte kein Ticket und muss es dann gleich genauer wissen. Naja, was solls. Nach Treib = 3 Häuser geht es Richtung Beckenried. 3Stunden lang geht es in einem Dschungel des Urnerlandes berghoch durch unwegsames Gelände. Ich hätte hier mal François mit Runningschuhen sehen wollen. Ich vertrample mich x-mal und fluche wie ein Rohrspatz. Hören wird mich hier bestimmt niemand. Und da das Fluchen auch Kraft kostet und nichts bringt, lasse ich es dann auch mal. Somit die erste Erkenntnis des Weges. Wut bringt dich voran, kostet aber viel Kraft. Fluchen kostet auch Kraft, bringt aber nur momentane Gemütslinderung aber keinen Meter weiter.
In Beckenried ziehe ich mich dann etwas wärmer an. Bin klitschnass vom Dauerregen und eigenen Schweiss! Ich esse 2 Bananen, 2 Quarks ein Sandwich und Cola! Was denn sonst! Dann geht es nach 20Min schon weiter nach Buochs. Ich komme an einem Postilon vorbei an der Strasse nach Seelisberg. Hier hatten wir vor dem Produkttraining NEW X-TRAIL einen Mittagsstopp gemacht. So klein ist die Welt! In Buochs hole ich mir einen Stempel ab und versuche zu beten. Es gelingt mir kaum ein Vaterunser. Schlimmer Katholik!
Irgendetwas treibt mich weiter voran. Meine Beine und Füsse können es fast nicht mehr sein, die sind nur noch Schmerzen. In Stans angekommen muss ich mir eine Bleibe suchen, weder die Apothekerin noch die Leute in einer Bar wissen wirklich wohin jemand mit beschränktem Budget gehen kann. Um 18Uhr ist auch kein Pfarrer und kein Tourismusoffice offen. Im ersten Hotel wollen sie 90CHF haben, im zweiten finde ich nicht mal die Reception. So beschliesse ich in Richtung Buochs zurück zu laufen, da gab es doch ein Motel. Auf dem Weg lächle ich zwei nette Damen in einem Haus an. Bla, bla, ja ich bin Pilger. 10 Min später erlöst mich dann Petra aus der Naturdusche und lädt mich zu sich ein. Eine leckere Pizza, nein Superlecker war die! Sandra, Petra und ich quatschen den ganzen Abend. Eine schöne Fügung! Ich bin total froh, die beiden getroffen zu haben, und die Kerze in Santiago ist Petra schon sicher. Mit der Heiligsprechung wird das etwas komplizierter! :-)

PS: Kann jemand mal Petrus Handy wählen und ihm sagen, dass er den Schweizer Wasserhahn im Bad vergessen hat! Danke!

7. August: Einsiedeln-Schwyz

Ich starte kurz nach 8Uhr in Einsiedeln. Es nieselt, also beschliesse ich mal zuerst mein Wet-Tenue im Rucksack zu lassen. 1h bis nach Trachseln. Meine Füsse mögen nicht weiter. Nichts da, schnell aus den Schuhen, den Füssen gut zureden und weiter. Es klappt!
1h später in Alpthal. Mittlerweile hat es stark zu regnen begonnen. Knapp vor Alpthal ziehe ich meine Regensachen an. Eine Gruppe zieht an mir vorbei und kuckt mich komisch an. Na warte, denen zeige ich es noch! Kurz vor der Steigung nach Hagenegg überhole ich alle. 1h40 bis zum Gipfel. Im strömenden Regen lege ich ein Tempo ein, das an Indurain im Zeitfahren erinnert. Nach 1h05 bin ich oben. Ohne aber vorher ein Stelldichein mit ein paar Kühen zu haben, die mich in meinem beigen Kuh-Outfit für einen der ihren ansehen. Muh! :-)
Ich treffe auf Ursina und Andreas, die mir gleich auf die Nase binden, dass sie gemütlich nur 1h hoch gebraucht haben. Grrr!
Naja, gemeinsam gehen wir den Abstieg an. Und nach 10 Min liege ich das erste mal auf dem Boden. So rutschig! hei ei.
In Schwyz angekommen, unterbrechen wir dem Pfarrer seine Mittagspause und kommen zu unserem Stempel.
Weiter zu Markus in sein Geschäft. "Hallo Priester!". Naja, eher wie ein Mönch oder eben eine Kuh sehe ich aus!
Ich bekomme, liebenswürdig wie er ist, seinen Hausschlüssel. Tja, bei Brigitte und Markus ist es immer sehr schön und erholsam. Nach dem Pizzaessen, sehen wir uns noch ungewollt kurz das Zusammentreffen der Schönheiten von Schwyz an. Nichts da, ich muss weiter!

6. August: Gontenbach-Einsiedeln

Bin tatsächlich um 6Uhr 16 aus dem Haus meiner Eltern gekommen. Alles Richtung Langnau, wo ich knapp vor 7 ein Frühstück bestehend aus Sandwich und Cola einnehme. Dann weiter nach Sihlbrugg. Hier komme ich 2 Stunden später an. Der Rucksack tut nicht mehr weh. Habe sogar die PET Flasche vom Cola mitgeschleppt. Fabio wäre stolz auf mich! :-)

Vorher in Gattikon hat sich noch eine ältere Dame riesig über meinen Anblick gefreut. "Ein Jakobspilger!.... bla, bla"

Meine Füsse beginnen zu schmerzen. Damit die nicht gleich aufgeben, ein kleines Bad in der Sihl. Ach die liebe Sihl meiner Kindheit!

3 Stunden bis Hütten. Rauf nach Schöneberg, dann mörderisch wieder runter, um dann steil wieder hoch nach Hütten zu kommen. Diese Wanderwege... grrr! Natürlich komme ich um 12 nicht mehr an einem offenen Laden vorbei. Dafür an einer Gaststätte. Da erfahre ich eine kürzere Route nach Schindellegi als die Wanderwege. Trotzdem nehme ich ab Schindellegi wieder den Wanderweg und breche mir dabei fast den Hals.

In Einsiedeln dann ein schönes Hotel! Jawohl!

5. August: Zürich-Gontenbach (Prolog)

Tja, habe es nicht um 6Uhr aus der Tür geschafft. Aber dafür 6 Stunden später. Für Sihlbrugg reicht es nicht ganz. Der Rucksack ist auch viel zu schwer. Ich entscheide mich, bei meinen Eltern zu übernachten und dann am nächsten Morgen früh aufzustehen. Zum Abendessen gibt es ganz nach Bud Spencer weisse Bohnen. Meine Variante: gemischt mit Pasta. Was anderes ist nicht da, denn meine Eltern sind in den Ferien.

Samstag, 4. August 2007

4.August 2007 Vorabend der Abreise

Liebe Freunde und Kollegen

Wie ihr wisst, laufe ich morgen früh nach Santiago los. Es ist eine Reise mit einem bestimmten Ziel. Nicht Santiago, sondern wie so oft zitiert: Der Weg ist das Ziel.

Es wurde mir vor einigen Wochen klar, dass es für mich an der Zeit war, eine Auszeit zu nehmen. Zeit für mich selber, um zu spüren wohin die Reise meines Lebens mich noch führen wird.

Ich möchte all denen danken, welche mich bei diesem Vorhaben untestützt haben. Vorallem François. Ohne Deine fachmännische Hilfe wäre ich jetzt nicht startklar.

Heute habe ich die letzten Besorgungen gemacht. Und bevor ich überhaupt auf dem Weg bin, kriege ich schon viele positive Feedbacks von sogar mir unbekannten Leuten. Habe heute sogar einen Wanderstock von fundsachenverkauf.ch offeriert bekommen. Vielen Dank nochmals!

In den nächsten Tagen werde ich die schönen Landschaften der Schweiz durqueren und Euch in diesem Blog über Erfahrungen und Anekdoten zu berichten wissen.

Auf Eure Beiträge freue ich mich schon heute!

Euch allen eine erfolgreiche und gesunde Zeit!