Freitag, 17. August 2007

14. August 2007: Wattenwil - Fribourg

Unglaublich, was ich heute geschafft habe!

Liebe Füsse, ich bin stolz auf euch!

Bin ganz früh raus und gleich tanken gegangen. Tanken, d.h. bei Pablo morgens vor 9Uhr mindestens 0.5L Cola trinken. Eiskalt, versteht sich...
Mit gefülltem Tank geht es den Berg hinauf Richtung Riggisberg. Rauf und runter. Wie sollte es sonst sein... Wie das Leben eben, denke ich und schon ist es leichter zu ertragen. Aus meinem MP3 klingt "Looking back, over my shoulder...". Das tue ich dann gleich mal und sehe Eiger, Mönch und Jungfrau (jetzt kenne ich die Reihenfolge... ) im Sonnenlicht erwachen. Ein traumhafter Anblick, der viel besser ist als der von Unterseen oder Interlaken. Keine Menschenseele hier oben. Nur Kühe. Aber auch die haben eine Seele und so winke ich jeder Kuhherde "hallo". Um 9.15 bin ich in Riggisberg angekommen. Bin schon etwas müde und so kommt die Frage auf, ob ich Fribourg heute noch erreichen wird. Ich zweifle abzukürzen oder den offiziellen Jakobsweg zu gehen. Ich entscheide mich für letzteres. Gehe also zur Kappelle hoch, wo mich ein Stempel mit der Aufschricht "Riggisberg, Der Weg ist das Ziel" erwartet. Die Antwort auf die Frage, ob ich Fribourg erreiche. Ich gehe irgendwie glücklich weiter nach Rüegisberg, was ich auch ohne grössere Probleme erreiche. Super! Dann hält auch noch ein weisses Auto und fragt mich, ob ich auf dem Jakobsweg sei. Er (etwa 70 männlich) hätte es vor 3 Jahren gemacht. Was für ein Prachtskerl! Leider ist es nicht so bequem zu stehen und so gehe ich dann gleich rasch weiter. Der Mann fragt mich nicht mal, ob er mich ein Stück mitnehmen soll. Er hat den Pilgerweg bestimmt gemacht. Er hat verstanden...
Jetzt von über 900m ü M wieder runter nach Wislisau (glaube ich). Dann Pause mit einem Rivella (!). Weiter nach Schwarzenburg über die Hauptstrasse. Der Weg wird zwar dabei kürzer, aber auch deutlich schwerer. Als würde Santiago meine Füsse beschweren, wenn ich nicht seinen Wege gehe. Dann endlich Schwarzenburg. Es ist wirklich düster hier oder zumindest bilde ich mir das ein. Es ist auch schon nach 13Uhr. Keine Kappelle in der Nähe, dafür ein Coop mit einer schönen Mama, die mich verliebt anlächelt. Du darfst nicht.... Schnell weiter zur Kasse! Dann essen und... es regnet! Mist! Also Mülltüte über den Rucksack und Kuh-Outfit anziehen. Weiter nach Fribourg. Kaum bin ich über die Grenze regnet es auch nicht mehr. Der katholische Kanton heisst die Pilger mit einem wunderschönen Stein mit Jakobsmuschel willkommen. Ich fühle mich Santiago de Compostela plötzlich ein ganz schönes Stück näher. Jawohl! Ueber St. Antoni und Tafers, wo mich ein SPAR (=Tanne auf Finnisch) mit einer Tankfüllung rettet.
Fribourg ist schön, die Stadt, die Frauen (Pablo, wann änderst du dich mal) und die Atmosphäre. Nicht aber das Hotel. Egal, McDonalds für die Fettreserven und Fernsehen für den Informationsstand lassen meinen Tag abklingen.

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