Freitag, 17. August 2007

15. August: Fribourg - Romont

Für die Etappe nach Romont braucht man ungefähr 8 Stunden. Also bin ich um 8Uhr auch schon auf dem Weg. Tanken bei La Gare und weiter. Kaum bin ich aus Fribourg raus, steht ein Wanderschild mit "Romont 6h10". Was? Die Romands verzählen sich doch mal wieder, denke ich. Vorbei an Villars-sur-Glands und Ecuvillens (hat einen Flughafen) komme ich in Posat an einem Restaurant vorbei. Das kommt mir gelegen, denn ich bin schon ziemlich k.o. Die Etappe von gestern hat mich doch mehr Kraft gekostet, als ich gedacht hatte. Aber ich wollte die Kompensierung des Ruhetags - was ich gestern geschafft hatte - sowas wie bestätigen. Wie beim Tennis: Ein Break durch ein gewonnenes Aufschlagspiel bestätigen.
Ich esse und mache Pause während einer Stunde. Das habe ich gebraucht!
Weiter nach Autigny, nicht aber ohne von den heiligem Wasser des Brunnes von Posat zu trinken. Die Sonne scheint, das Leben ist schön und Autigny auch sobald dann erreicht. Ich muss aber dringend aufs Klo. Vali, kennst du das noch? :-)
Uf, geschafft! Ein kleines Getränk um den Stuhlgang mit einer Konsumation zu kompensieren. Ein kleines Gespräch mit den Einheimischen und schon geht es Richtung Romont weiter. Romont soll ein Wortspiel zwischen "rond" und "mont" sein. Tatsächlich meine Füsse, die mich non-stop erinnern, dass sie die Helden sind, erlauben mir den Blick auf diese Stadt auf einem rund anmutenden Hügel. Steil berghoch geht es in die Stadt - wie in Fribourg!
Dann der Test des Tages. In der Kirche kein Stempel, in den Hotels kein freies Zimmer. Und das Hotel des heiligen Georg ist zu. Ist wohl gerade am Drachentöten, was? Grrr!
Ich setze mich auf einen Bordstein an einer Ecke beim Eingang in die Stadt. Der Blick ist schwer und gilt meinen Füssen. Zuvor hatte ich ihnen versprochen, sie in ein Hotel zu nehmen, falls sie mich bis Romont bringen. Sie schauen irgendwie traurig aus. Denn so wie es aussieht müssen sie 31/2 Stunden weiter nach Moudon. Ich nehme also mein Handy und will nachfragen, ob in Moudon ein Hotelzimmer frei ist. In diesem Augenblick kommt aber von hinten Andreas der Schnelle von Lachen. Er hat natürlich, organisiert wie er ist, eine Adresse von einer Familie in Romont, welche Pilger aufnimmt. Die haben auch Platz. Das ganze für 28CHF die Nacht. Wow! Andreas meint, er sei heute mein Engel gewesen. Er hat recht!
Abendessen und Erfahrungsaustausch zusammen mit einem Pärchen aus Deutschland (wo genau habe ich vergessen). Die Frau erinnern mich an Schnabel aus Hape's Buch. Ich halte aber meinen Schnabel dazu und geniesse Konversation, Essen und die Bedienung einer temperamentvollen aber charmanten Dame. Sie war Französin aus der Normandie und verstand auch nicht warum sie in Romont "octant" statt "quattre-veint" sagen. Naja, wir sind hier ja auf dem Jakobsweg. Der endet in Spanien und da sagen wir halt "ocho" zu acht. So ist das sicherlich hängen geblieben. Nich war Santiago?

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